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Gründerstipendium: Deine Chance auf eine erfolgreiche Selbstständigkeit

Träumst du von deinem eigenen Unternehmen? Ein Gründerstipendium kann der Schlüssel zur Verwirklichung deiner Idee sein. Erfahre in diesem Beitrag, was ein Gründerstipendium ist, wer es beantragen kann und wie du davon profitieren kannst.

Autor: Timm Westmark
Unternehmer

Was ist ein Gründerstipendium?
Ein Gründerstipendium ist eine Art finanzieller Zuschuss, der dazu dient, die Anfangsphase deiner Selbstständigkeit zu erleichtern oder überhaupt erst möglich zu machen. In Deutschland gibt es sowohl auf Bundesebene als auch in den einzelnen Bundesländern Programme, die solche Stipendien vergeben. Das bekannteste bundesweite Programm ist das EXIST-Programm, das gezielt Gründungen aus wissenschaftlichen Hintergründen unterstützt.

Die verschiedenen Förderprogramme können sich in ihren Schwerpunkten, Bedingungen, Leistungen und Antragsverfahren stark voneinander unterscheiden. Doch das gemeinsame Ziel aller Programme ist es, innovative Ideen zu fördern und so den Wirtschaftsstandort zu stärken.

Ein Gründerstipendium bietet in der Regel finanzielle Unterstützung, die deinen Lebensunterhalt während der Gründungsphase sichert. Dies ermöglicht es dir, dich voll und ganz auf die Entwicklung deiner Geschäftsidee zu konzentrieren. Einige Programme decken auch unternehmerische Kosten wie Sachmittel, Fremdleistungen und Personalkosten ab. Darüber hinaus sind oft Leistungen wie Coaching, Mentoring und die Nutzung von Infrastruktur inbegriffen.

Wer kann ein Gründerstipendium beantragen?
Die Förderbedingungen variieren je nach Programm, und daher ist es wichtig zu wissen, wer überhaupt berechtigt ist, ein Gründerstipendium zu beantragen. Bevor du den Antrag stellst, solltest du folgende Fragen klären:

• Welche Art von Geschäftsideen werden von dem Programm gefördert (branchenunabhängig, technologieorientiert, soziale Innovationen usw.)?
• In welcher Phase der Existenzgründung ist das Stipendium anwendbar (Pre-Seed, Seed, Start-up)?
• Muss das Unternehmen bereits gegründet sein, wenn du den Antrag stellst?
• Welche Qualifikationen und Erfahrungen sollten die Gründer vorweisen?
• Wie viele Personen können pro Start-up mit dem Gründungsstipendium gefördert werden?
• Ist die Antragstellung als Team möglich, oder muss jeder Einzelgründer einen eigenen Antrag stellen?
• Darf während der Förderphase noch anderen Erwerbstätigkeiten nachgegangen werden?
• Gibt es Ausschlusskriterien wie bestimmte Branchen, Unternehmensgröße oder Rechtsform?

Dauer und Höhe der Förderung
Die maximale Dauer der Förderung hängt vom konkreten Programm ab und variiert zwischen 6 und 18 Monaten, wobei ein Jahr in den meisten Fällen üblich ist. Die Höhe der finanziellen Unterstützung kann ebenfalls stark variieren. In der Regel handelt es sich um ein persönliches Stipendium zur Deckung deines Lebensunterhalts. Dies kann monatlich zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Person betragen und hängt oft von den Qualifikationen und dem Programm ab. Einige Programme bieten zusätzliche Zuschläge für Gründer mit unterhaltsberechtigten Kindern.

In manchen Fällen wird das Gründerstipendium nicht personenbezogen vergeben, sondern als Zuschuss für das gesamte Start-up. Diese Art der Förderung deckt oft nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch unternehmerische Ausgaben wie Personalkosten, Fremdleistungen und Sachmittel.

Zu beachten ist auch, dass viele Programme zusätzliche Leistungen wie Coaching, Mentoring und die Nutzung von Ressourcen und Infrastruktur anbieten.

Wie beantragt man ein Gründerstipendium?
Der Antragsprozess für ein Gründerstipendium variiert je nach Programm. Wichtig ist, zu klären, ob der Antrag von den Gründern persönlich oder vom gesamten Start-up gestellt werden muss. In einigen Fällen reicht die Hochschule den Antrag ein, wie beim EXIST-Gründungsstipendium oder dem FLÜGGE-Programm in Bayern.

Der Antragsprozess kann im Allgemeinen in folgende Schritte unterteilt werden:

1. Durchlaufe verschiedene Auswahlrunden, da die verfügbaren Fördermittel begrenzt sind.
2. Reiche einen Antrag ein, der verschiedene Unterlagen wie eine Projektbeschreibung und Nachweise deiner Qualifikationen enthält.
3. Nach erfolgreicher Prüfung wirst du zu einer persönlichen Präsentation (Pitch) vor einer Jury eingeladen.
4. Erst nach erfolgreichem Bestehen der Vorauswahl kannst du den offiziellen Antrag stellen.

Einige Programme erlauben eine laufende Antragstellung, während andere bestimmte Bewerbungsfristen haben, die du beachten musst.

Der Pitch: Wie überzeugt man die Jury?
Eine persönliche Präsentation in Form eines Pitches ist oft Bestandteil des Auswahlprozesses. Wenn du eine Einladung dazu erhältst, ist das bereits ein vielversprechender Schritt. Während des Pitches ist es deine Aufgabe, deine Geschäftsidee und dein Team innerhalb eines festgelegten Zeitrahmens überzeugend zu präsentieren. Ein Pitch Deck, das den Jurymitgliedern alle wichtigen Informationen liefert, sollte im Vorfeld erstellt werden.

Hier sind einige Tipps für deinen Pitch und wie du die Jury von deinem Vorhaben überzeugen kannst:

1. Beginne mit einem Aufmerksamkeitswecker, etwa einer Frage oder einer packenden Geschichte.
2. Leite schnell zur Problemlösung über, die deine Geschäftsidee bietet.
3. Zeige klar, was deine Idee einzigartig macht.
4. Erläutere, warum deine Gründung die spezifischen Förderkriterien des Programms erfüllt.
5. Argumentiere überzeugend für den Erfolg deines Vorhabens.
6. Nutze gegebenenfalls Storytelling, Emotionen oder Humor.
7. Beachte die Vorgaben hinsichtlich Inhalts, Zeitrahmen und erlaubten Hilfsmitteln
8. Übe deine Präsentation im Voraus und halte dich an die vorgegebene Zeit.

Pflichten der Stipendiaten
Da Fördermittel effizient genutzt werden sollen, werden die Aktivitäten und Erfolge der Stipendiaten während der Förderdauer überwacht. Dies kann die Fortsetzung der Förderung beeinflussen. Die genauen Verpflichtungen können je nach Programm unterschiedlich sein. Hier sind einige Beispiele:

• Inanspruchnahme des vorgesehenen Mentorings.
• Einreichen von Zwischenberichten und eines Abschlussberichts.
• Verzicht auf zusätzliche Berufstätigkeiten über wenige Stunden hinaus.
• Nachweis über zweckgebundene Ausgaben durch Belege, wie Sachmittel, Fremdleistungen und Personalausgaben.
• Erreichen von Meilensteinen, wie beispielsweise die Vorlage eines Coachingfahrplans nach einem Monat, die Präsentation des Businessplans (Zwischenstand) nach fünf Monaten und die Abgabe des finalen Businessplans nach zehn Monaten.

Weitere Ressourcen für angehende Gründer
Neben dem Gründerstipendium gibt es weitere Fördermöglichkeiten für Existenzgründer, die als Zuschüsse gewährt werden, wie die Meisterprämie, Förderungen für Kleinstunternehmen im ländlichen Raum und den Aufstiegsbonus. Darüber hinaus stehen geförderte Beteiligungen, Darlehen und Bürgschaften zur Verfügung. Nutze die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz, um nach Programmen zu suchen, die zu deinem Vorhaben passen.

Meisterprämie: Für handwerkliche Meister auf dem Weg zur Unternehmensgründung.
Ländliche Förderprogramme: Spezielle Programme für ländliche Gründungen.

Aufstiegsbonus: Zuschuss für Aufstiegsfortbildungen und Unternehmensgründungen.
Finanzielle Unterstützung: Beteiligungen, Darlehen und Bürgschaften.

Inkubatoren und Accelerators: Programme, die Start-ups in der Frühphase fördern.

Gründungszuschuss: Für arbeitssuchende Gründer mit Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Einstiegsgeld: Für Empfänger von Bürgergeld.

AVGS-Gründercoaching: Kostenlose, umfassende Unterstützung für Gründer. Nutze die Förderdatenbank des Bundesministeriums, um passende Programme zu finden.

Fazit

Die Förderlandschaft in Deutschland bietet zahlreiche Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung für deine Selbstständigkeit zu erhalten. Recherchiere gründlich und wähle das Programm aus, das am besten zu deinem Vorhaben passt, um deiner Gründungsidee den nötigen finanziellen Schub zu verleihen. Denke daran: Jede erfolgreiche Reise beginnt mit dem ersten Schritt, und das Gründerstipendium könnte genau dieser Schritt sein. Viel Erfolg auf deinem Weg zur Selbstständigkeit!