Zum Inhalt springen

Ein neues Gesetz zur Förderung des Wachstums: Das Wachstumschancengesetz 2024

Die deutsche Wirtschaft steht vor immer neuen Herausforderungen, insbesondere im Zeitalter rascher technologischer Entwicklungen und globaler Konkurrenz. Um die Wachstumschancen für Unternehmen zu erhöhen, Investitionen in innovative Technologien zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken, hat die Regierung das Wachstumschancengesetz 2024 entwickelt, das voraussichtlich ab dem kommenden Jahr in Kraft treten wird. Dieses Gesetz beinhaltet gezielte Maßnahmen, die darauf abzielen, die Liquidität von Unternehmen zu verbessern, Investitionen zu steigern und Innovationen zu fördern. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf einige der bedeutenden Änderungen, die dieses Gesetz mit sich bringt.

Autor: Timm Westmark
Unternehmer

1. Neue Steuersätze für Elektroautos:
Ab 2024 wird eine wichtige Änderung in Bezug auf die Besteuerung von Elektroautos wirksam. Bisher galt, dass Elektroautos mit einem Bruttolistenpreis von unter 80.000 Euro mit einem Steuersatz von 0,25 % besteuert wurden, während Elektroautos über dieser Grenze sowie Plug-in-Hybriden mit 0,5 % besteuert wurden. Das Wachstumschancengesetz hebt diese Grenze auf 80.000 Euro an, was bedeutet, dass eine größere Anzahl von Elektrofahrzeugen von niedrigeren Steuersätzen profitieren wird. Diese Änderung soll Anreize für den Kauf umweltfreundlicher Fahrzeuge schaffen und die Elektromobilität weiter fördern.

2. Erhöhung der Bilanzierungsgrenzen:
Die Bilanzierungspflicht für Unternehmen wurde ebenfalls angepasst. Bisher waren Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 600.000 Euro oder einem Jahresgewinn von mehr als 60.000 Euro bilanzierungspflichtig. Das neue Gesetz erhöht diese Grenzen auf 800.000 Euro Jahresumsatz bzw. 80.000 Euro Jahresgewinn. Diese Anpassung entlastet kleinere Unternehmen von administrativem Aufwand und ermöglicht es ihnen, Ressourcen für ihr Wachstum und ihre Innovationen einzusetzen.

3. Erhöhung des Freibetrags für Betriebsveranstaltungen:
Betriebsveranstaltungen sind oft ein wichtiger Bestandteil des Unternehmenslebens, um das Team zu stärken und die Mitarbeiter zu motivieren. Bisher blieben Zuwendungen des Arbeitgebers im Rahmen solcher Veranstaltungen bis zu einem Betrag von 110 Euro je Feier und Mitarbeiter steuerfrei. Das Wachstumschancengesetz erhöht diesen Freibetrag auf 150 Euro, was es Unternehmen ermöglicht, großzügigere Betriebsveranstaltungen durchzuführen, ohne steuerliche Nachteile befürchten zu müssen.

4. Höhere Grenze für Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung:
Das Gesetz erhöht auch die Grenze für Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung von 520 Euro pro Jahr auf 1.000 Euro. Dies bedeutet, dass Einkünfte aus vorübergehender Vermietung steuerfrei bleiben, solange sie diese neue Grenze nicht überschreiten.

5. Steuerliche Vorteile für Investitionen in Wirtschaftsgüter:
Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Sonderabschreibung für Wirtschaftsgüter. Ab 2024 können Unternehmen, die neue und bewegliche Wirtschaftsgüter für betriebliche Zwecke nutzen (private Nutzung nicht mehr als 10 %), eine Sonderabschreibung von 50 % geltend machen. Dies soll Anreize für Investitionen in betriebliche Ausrüstung schaffen und die Modernisierung von Unternehmen fördern.

6. Erhöhter Freibetrag für private Veräußerungsgeschäfte:
Schließlich wird der Freibetrag für private Veräußerungsgeschäfte von 600 Euro auf 1.000 Euro erhöht. Das bedeutet, dass Gewinne aus solchen Geschäften bis zu diesem Betrag steuerfrei bleiben.

Fazit

Das Wachstumschancengesetz 2024 bietet somit eine Vielzahl von steuerlichen Anreizen und Erleichterungen für Unternehmen und Investoren. Es zielt darauf ab, die deutsche Wirtschaft zu stärken und die Rahmenbedingungen für Innovation und Wachstum zu verbessern. Unternehmen sollten diese Änderungen genau im Auge behalten und überlegen, wie sie von den neuen Regelungen profitieren können.